Forschungszulage nach Branche

Forschungszulage für KI und Machine Learning

Der Einsatz von KI macht ein Projekt nicht förderfähig. Entscheidend ist, ob ihr ein Modell oder ein Verfahren selbst entwickelt habt und zu Beginn offen war, ob es die geforderte Güte erreicht. Wo diese Grenze verläuft, steht auf dieser Seite.

Forschungszulage nach Branche

Forschungszulage für KI und Machine Learning

Der Einsatz von KI macht ein Projekt nicht förderfähig. Entscheidend ist, ob ihr ein Modell oder ein Verfahren selbst entwickelt habt und zu Beginn offen war, ob es die geforderte Güte erreicht. Wo diese Grenze verläuft, steht auf dieser Seite.

Forschungszulage nach Branche

Forschungszulage für KI und Machine Learning

Der Einsatz von KI macht ein Projekt nicht förderfähig. Entscheidend ist, ob ihr ein Modell oder ein Verfahren selbst entwickelt habt und zu Beginn offen war, ob es die geforderte Güte erreicht. Wo diese Grenze verläuft, steht auf dieser Seite.

Die Abgrenzung

Wo Anwendung aufhört und Entwicklung anfängt.

Kaum ein Bereich wird bei der Forschungszulage so häufig falsch eingeschätzt wie KI. Der Einsatz eines Modells ist keine Forschung, auch wenn das Ergebnis beeindruckend ist. Förderfähig wird es erst, wenn ihr selbst an einem Verfahren gearbeitet habt, dessen Erfolg zu Beginn nicht feststand.

Die Grenze verläuft zwischen Nutzung und Entwicklung. Ein Systemprompt, eine Chain und ein Vektorindex aus einer Bibliothek sind Anwendung bekannter Bausteine. Eine eigene Evaluationslogik, ein Verfahren zur Reduktion von Halluzinationen mit belegbarer Wirkung oder eine Retrieval-Architektur, die an einer gemessenen Qualitätsgrenze scheitert und neu entworfen werden musste, können dagegen technische Unsicherheit enthalten.

Entscheidend ist fast immer eine Zahl. Wer eine Zielgröße benennen kann – Genauigkeit, Trefferquote, Fehlerrate, Latenz, Halluzinationsrate – und zeigt, dass sie mit verfügbaren Mitteln nicht erreichbar war, hat die Grundlage für einen belastbaren Antrag. Wer nur beschreibt, was das System kann, hat sie nicht.

Auch hier gilt: bewusst abgrenzen. Datenaufbereitung, Annotation, Infrastrukturbetrieb, Modell-Deployment und Monitoring gehören zum Vorhaben, sind aber selten der förderfähige Kern. Ein Antrag, der den experimentellen Teil klar herausarbeitet, ist prüffähiger als einer, der die gesamte KI-Initiative einreicht.

Die drei Kriterien bei KI-Projekten

Neuheit

Kein verfügbares Modell, kein veröffentlichtes Verfahren erfüllt die Anforderung. Der Stand der Technik ist mit Quelle oder Benchmark benannt.

Technische Unsicherheit

Ob die Zielmetrik erreichbar ist, steht vor dem Experiment nicht fest. Rechenkosten und Datenbeschaffung allein zählen nicht.

Systematik

Hypothese, Experiment, Messung, Iteration – nachvollziehbar in Experiment Logs, Metriken und Datensatzversionen.

Achtzehn Tätigkeiten

Was in KI-Projekten wie eingeordnet wird.

Die folgende Einordnung beschreibt typische Fälle. Maßgeblich ist immer das konkrete Vorhaben.

Tätigkeit

Befund

Worauf es ankommt

Nachweis

Entwicklung einer eigenen Modellarchitektur oder eines eigenen Trainingsverfahrens

Förderfähig

Veröffentlichte Ansätze müssen nachweislich an der Anforderung gescheitert sein

Experiment Logs, Vergleichsbenchmarks, verworfene Ansätze

Training oder Fine-Tuning mit eigenem Verfahren zur Erreichung einer vorab unsicheren Zielmetrik

Förderfähig

Die Zielgröße muss benannt und zu Beginn nicht sicher erreichbar gewesen sein

Metrikverläufe, Hyperparameter-Suche, Datensatzversionen

Entwicklung einer Evaluations- und Absicherungslogik für generative Systeme

Förderfähig

Eigenes Bewertungsverfahren, nicht die Übernahme bekannter Benchmarks

Evaluationsdesign, Testkorpora, Fehlerquoten

Entwicklung eines Retrieval-Verfahrens, das an einer gemessenen Qualitätsgrenze etablierter Ansätze scheitert

Förderfähig

Die Grenze muss belegt und der eigene Ansatz messbar besser sein

Trefferquoten vorher und nachher, Ablationsstudien

Entwicklung einer agentischen Entscheidungs- oder Planungslogik mit unsicherem Zuverlässigkeitsverhalten

Förderfähig

Zuverlässigkeit unter realen Bedingungen muss vorab offen gewesen sein

Laufprotokolle, Erfolgsquoten, Fehleranalysen

Experimentreihe, die nach Auswertung verworfen wurde

Förderfähig

Scheitern schadet nicht – entscheidend sind Systematik und Dokumentation

Versuchsplan, Metriken, Abbruchentscheidung

Aufbau einer Trainings- und Experimentierinfrastruktur

Einzelfall

Nur wenn die Infrastruktur selbst eine ungelöste technische Frage enthält

Anforderungsprofil, Architekturentscheidungen

Optimierung von Inferenzlatenz oder Modellgröße

Einzelfall

Nur wenn der Zielwert zu Beginn als nicht sicher erreichbar galt

Ausgangs- und Zielwerte, Quantisierungs- und Kompressionsversuche

Erzeugung oder Aufbereitung von Trainingsdaten mit eigenem Verfahren

Einzelfall

Reine Annotation reicht nicht, das Verfahren muss neuartig sein

Verfahrensbeschreibung, Qualitätsmessungen

Entwicklung eigener Verfahren für Fairness, Robustheit oder Erklärbarkeit

Einzelfall

Kritisch bei Anwendung bekannter Bibliotheken, relevant bei neuartigen Anforderungen

Testdesign, Ergebnisse, Vergleichswerte

Multimodale Verarbeitung durch Kombination bestehender Modelle

Einzelfall

Nur wenn die Kombination eine eigene, unsichere technische Frage aufwirft

Architekturvergleich, Messreihen

Nutzung einer LLM-API einschließlich Prompt-Engineering und System-Prompts

Nicht förderfähig

Anwendung bekannter Bausteine, kein eigener Erkenntnisgewinn

Aufbau eines Chatbots oder Assistenten mit verfügbaren Frameworks

Nicht förderfähig

Integration und Konfiguration, keine Modellentwicklung

Standard-RAG mit etablierter Vektordatenbank und Standard-Chunking

Nicht förderfähig

Bekannter Lösungsweg, technischer Erfolg von Beginn an absehbar

Auswahl, Vergleich und Einkauf verfügbarer Modelle

Nicht förderfähig

Evaluation zur Beschaffung ist keine Forschung

Annotation und Labeling von Trainingsdaten

Nicht förderfähig

Notwendige Vorarbeit, aber kein eigenständiges FuE-Vorhaben

Deployment, Monitoring und Betrieb bestehender Modelle

Nicht förderfähig

Laufender Betrieb im Rahmen bekannter Lösungswege

Nachtraining eines Modells auf neue Daten ohne Verfahrensänderung

Nicht förderfähig

Wiederholung eines bekannten Ablaufs, keine offene technische Frage

Dieselbe Tätigkeit kann in einem Vorhaben förderfähig und in einem anderen Routine sein. Entscheidend ist nicht, was gemacht wurde, sondern ob zu Beginn offen war, ob es funktioniert.

Häufige Ablehnungsgründe

Woran KI-Anträge typischerweise scheitern.

KI als Begründung statt als Gegenstand

Der Antrag beschreibt, dass KI eingesetzt wurde, nicht welches Verfahren entwickelt wurde. Die BSFZ liest daraus eine Anwendung verfügbarer Technologie.

Keine messbare Zielgröße

Ohne benannte Metrik und Ausgangswert lässt sich technische Unsicherheit nicht belegen. Qualitative Aussagen über bessere Ergebnisse reichen nicht.

Stand der Technik nicht abgegrenzt

Es fehlt der Nachweis, dass verfügbare Modelle oder veröffentlichte Verfahren die Anforderung nicht erfüllen. Genau daran scheitern viele KI-Anträge.

Datenarbeit als FuE eingereicht

Beschaffung, Annotation und Bereinigung machen den größten Teil des Aufwands aus, sind aber selten der förderfähige Kern. Der experimentelle Teil muss getrennt ausgewiesen sein.

Dokumentation

Die Experimente sind der Nachweis.

KI-Teams dokumentieren in der Regel gründlicher als andere Entwicklungsteams – nur eben für sich selbst. Experiment Logs, Metrikverläufe, Hyperparameter-Suchen, Datensatzversionen und Modellstände enthalten fast alles, was BSFZ und Finanzamt brauchen.

Was fehlt, ist die Verbindung zur Fragestellung. Aus einer Reihe von Läufen muss hervorgehen, welche Hypothese geprüft wurde, was der Ausgangswert war, welche Zielgröße galt und warum ein Ansatz verworfen wurde. Verworfene Experimente sind dabei oft wertvoller als erfolgreiche.

Für rückwirkende Jahre gilt: Rekonstruktion ist möglich, aber sie braucht Anker in vorhandenen Artefakten und eine dokumentierte Methodik. Wo Experimente nicht versioniert wurden, wird die Argumentation schnell dünn.

Was wir typischerweise auswerten

Experiment Logs und Metrikverläufe

Datensatzversionen und Modellstände

Evaluationsergebnisse und Benchmarks

Rollen, Stundensätze und Personalstammdaten

Der Einsatz von KI ist keine Forschung. Interessant wird es, wenn eine messbare Zielgröße zu Beginn nicht erreichbar war und systematisch daran gearbeitet wurde.

Marvin Vocke, Co-Founder Grantonomy

Der Einsatz von KI ist keine Forschung. Interessant wird es, wenn eine messbare Zielgröße zu Beginn nicht erreichbar war und systematisch daran gearbeitet wurde.

Marvin Vocke, Co-Founder Grantonomy

Rechenbeispiel

Was ein KI-Team typischerweise erreicht.

Entwicklungsteam

6 Personen, davon 4 mit FuE-Anteil

Personalkosten der FuE-Personen

420.000 € im Wirtschaftsjahr

FuE-Anteil nach Abgrenzung

55 %

Bemessungsgrundlage

231.000 €

Gemeinkostenzuschlag ab 2026

20 % → 277.200 €

Forschungszulage bei 35 % (KMU)

97.020 €

Entwicklungsteam

6 Personen, davon 4 mit FuE-Anteil

Personalkosten der FuE-Personen

420.000 € im Wirtschaftsjahr

FuE-Anteil nach Abgrenzung

55 %

Bemessungsgrundlage

231.000 €

Gemeinkostenzuschlag ab 2026

20 % → 277.200 €

Forschungszulage bei 35 % (KMU)

97.020 €

Beispielrechnung zur Veranschaulichung. Der FuE-Anteil ergibt sich aus der konkreten Abgrenzung und der Zeiterfassung, nicht aus einer Pauschale. 42 % ist kein gesetzlicher Satz, sondern der rechnerische Effektivwert aus 35 % Fördersatz und dem Gemeinkostenzuschlag.

Der Unterschied im Vorgehen

Der Unterschied im Vorgehen

Branchenlogik allein reicht nicht.

GrantonomyOS

Die Einordnung ist der Anfang. Belastbar wird ein Antrag erst, wenn Projektstruktur, Stunden, Kosten und Dokumentation über Jahre zusammenpassen — und einer Prüfung standhalten.

Vorprüfung

Vorprüfung der Vorhaben gegen die drei Kriterien, bevor Aufwand entsteht.

Antrags-Copilot

Projektbeschreibungen für die BSFZ, aus euren technischen Artefakten hergeleitet.

Zeiterfassung

Stunden und Rollen nach GoBD-Grundsätzen, monatlich festgeschrieben.

Audit-Ready AI

Simulierte Prüfung vor der Einreichung: wo die Argumentation noch nicht trägt.

FAQ

Fragen zur Forschungszulage bei KI-Projekten.

Ist der Einsatz von KI automatisch förderfähig?

Nein. Die Nutzung verfügbarer Modelle einschließlich Prompt-Engineering gilt als Anwendung. Förderfähig kann sein, wer selbst ein Modell, ein Trainings- oder ein Evaluationsverfahren entwickelt und dabei technische Unsicherheit überwindet.

Zählt Fine-Tuning als Forschung und Entwicklung?

Ist RAG förderfähig?

Was ist mit Trainingsdaten und Annotation?

Was ist, wenn das Modell die Zielwerte nicht erreicht hat?

Zählen Rechenkosten für das Training?